Weibliche Entwicklungsthemen

Für Frauen stellen sich im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte häufig andere Aufgaben als für Männer. Die Frau kommt bis auf wenige Ausnahmen, geschichtlich betrachtet, aus der Unterdrückung einer teilweise brutalen patriarchalen Welt. Lange Zeit war sie auf verschiedenen Ebenen abhängig vom Mann. Noch in der Nachkriegsgeneration des zweiten Weltkrieges waren die Rollen in den westlichen Industrienationen eindeutig so verteilt, dass der Mann der Ernährer der Familie war und die Frau sich um die Kinder und den Haushalt kümmerte, also Kochen, Putzen, Waschen und dem Mann zu Diensten zu sein hatte. In manchen Ländern der Erde ist es nach wie vor normal, dass die Frau an sich keinen Eigenwert besitzt. Die sogenannten „Witwenverbrennungen“, wo die Ehefrau des verstorbenen Mannes sich selbst unter Feuer setzt, um ihm in den Tod zu folgen weil es ihrer Pflicht entspricht und, weil sie als Witwe geächtet werden würde, findet man noch heute in manchen ländlichen Gegenden Indiens, obwohl sie inzwischen per Gesetz verboten sind. Trotz den verschiedenen feministischen Wellen, welche über Europa und Amerika hinweggerollt sind, taucht in der therapeutischen und vor allen Dingen in der sexualtherapeutischen Arbeit mit Frauen, immer wieder ein grundlegendes Thema auf, dass von diesen Wellen unberührt geblieben zu sein scheint und das sich in alle Lebensbereiche einer Frau hinein auswirkt. Das Selbstbewusstsein der meisten Frauen ist aus ihrer individuellen, aber auch aus der kollektiven Geschichte heraus gestört.  Den Frauen fehlt es an Selbstbestimmtheit, was sich wiederum stark in der Art und Weise zeigt, wie Frauen mit ihrem Körper und ihrer Sexualität umgehen. Wie zeigt sich nun aber eine sogenannte „Selbstwertstörung“ im sexualtherapeutischen Bereich? Es gibt einen Spruch, den mein Therapeut mich schon früh gelehrt hat und der heißt: „Eine Frau, lässt sich nicht für eine Pizza vögeln“!  Bedeutet übersetzt, dass eine Frau gut darauf achten sollte, bevor sie sich sexuell auf einen Mann einlässt, ob er sie respektiert und gut behandelt und, welche Motivation sie dazu treibt, mit  diesem Menschen Sex zu haben. Hat sie gelernt über körperliche Angebote Anerkennung und Liebe zu bekommen? Vögelt sie im Namen der eigenen Lust oder hat sie gelernt, dass ihr Wert über sexuelle Angebote zu steigern ist, bzw. sie darüber auch Demütigung erfahren kann? Fallbeispiel: Frau S. kommt in die Therapie, weil sie unter Lustlosigkeit leidet und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hat, wenn sie, was selten vorkommt, ihrem Mann erlaubt mit ihr zu schlafen. Sie sind ein junges, erfolgreiches Pärchen mit einer selbst aufgebauten Firma, verheiratet, ein Sohn und seit 10 Jahren zusammen. Im Laufe der Therapie, die aus einer Kombination aus Einzel- und Paargesprächen besteht, stellt sich heraus, dass die Frau praktisch noch nie wirklich Spaß daran hatte, wie ihr Partner mit ihr sexuell zugange war. Sie empfand ihn immer als zu grob und einzig und alleine auf seine Befriedigung ausgerichtet. Sie meinte, Versuche unternommen zu haben mit ihm darüber zu reden, wie es ihr mit ihrer gemeinsamen Sexualität gehe, sei bei ihm jedoch auf wenig Verständnis und Offenheit gestoßen, so das sie es wieder aufgegeben habe. Trotzdem habe sie über viele Jahre hinweg den Sex mit ihm „geduldet“ weil sie Angst hatte, er könne sich anderen Frauen zuwenden, wenn sie nicht michmache. Aber nun war sie an einem Punkt angekommen, wo sie körperliche Symptome entwickelt hatte, die sich in Form eines leichten Vaginismus zeigten, so das ihr nichts anderes übrigblieb, als sich um ihre Sexualität zu kümmern. In dem Akt der Frau, dem Mann ihren Körper „hinzulegen“ ohne sich emotional für ihn zu öffnen und ohne ihm sexuell begegnen zu wollen, zeigt sich einerseits eine tiefe Abhängigkeit der Frau vom Mann und andererseits der Wunsch, Macht über den Mann auszuüben. Tritt eine Frau auf dieser Ebene mit einem Mann in Beziehung, dreht es sich niemals um Liebe, sondern immer darum, tiefsitzende, aus der Kindheit stammende Verletzungen mit dem Partner erneut zu durchleben und, wenn es gut läuft, diese zu transformieren. Unbewusst und ohne die Arbeit an sich selbst, ist die Frau jedoch gefangen von Ihrem Frauenbild und von ihrem Männerbild. Als Frau muss sie dem Mann, der immer nur ficken will, zur Verfügung stehen, muss für ihn sexy sein, darf ihn sexuell nicht enttäuschen und muss seine Triebe befriedigen, damit er nicht abhaut. Damit verhindert sie, sich mit ihren tatsächlichen Gefühlen, ihren Machtansprüchen und ihren Ängsten, die eine lustvolle Sexualität verhindern, auseinander zu setzen. Ist die Lust der Frau daran gekoppelt, vom Mann demütigend behandelt oder sexuell benutzt zu werden wird es besonders kompliziert. Eine derartige Programmierung, verursacht eine Zwiespältigkeit, welche Frauen in sexuellen und auch in alltäglichen Situationen nicht klar erkennen lässt, was gut für sie ist. Dieser Zwiespalt lässt sich folgendermaßen formulieren: Ich will mich von Dir nicht benutzen lassen, denn dafür muss ich Dich und mich hassen und verachten, gleichzeitig macht es mich jedoch geil, wenn Du mich für Deine Befriedigung benutzt. Das Heranwachsen dieser Frauen wurde  häufig von einer sexuell übergriffigen Männerfigur begleitet, welche die Beziehung sexualisiert und das Machtgefälle ausgenutzt hat. So scheint sie gelernt zu haben das, wenn sie auf seine sexuellen Avancen eingeht, wenn sie sich erotisch gibt, wenn sie kokett ist, von ihm eine besondere Aufmerksamkeit erhält und von ihm anerkannt wird. Dieses Verhalten wiederholt sie in ihren späteren Männerbeziehungen. Sie bezieht Anerkennung über Sex. Nicht selten findet man im Hintergrund sexuellen Missbrauch. Hier kann auch vom Lolita-Syndrom gesprochen werden. Die Lolita-Frau ist eine Frau die meint, jeden Mann um den Finger wickeln zu können. Sie ist häufig sehr attraktiv, hocherotisch und wird von Männern umschwärmt (man findet sie oft in Berufen in denen es um Schönheit und Äußerlichkeiten geht, wie Modeln oder Schauspielerei). Um dem Vater,  dem Partner oder potentiellen Partnern zu gefallen, instrumentalisiert sie ihren Körper. Sie sexualisiert und erotisiert Beziehungen und bezieht ihren Wert daraus, wie gut sie in der Männerwelt ankommt. Ihre Identität ist eine von den Männern gespiegelte und so ist sie im Kern tief einsam, weil sie keine Beziehung zu ihrem Selbst entwickelt hat. Da Männer und männliche Anerkennung so wichtig für sie sind, werden andere Frauen automatisch zu Konkurrentinnen und somit ist sie auch auf der Ebene

Erlebnisbericht Frauencamp

Ich komme reich nachhause, versuche mich zu finden in meinen vier Wänden. Ein wenig fremd, so alleine. Bin glücklich, bin bei mir, bin bei euch. … und bin total erschüttert. Weinen, Wüten, Schreien…Eine alte Freundin hat sich das Leben genommen! Freundin? Freundin, was ist das? Ich friere, mir ist so kalt. So kalt ist mir. Warum war sie nicht bei uns? Warum konnte sie sich nicht einlassen? Warum ist sie nicht mitgekommen ans Feuer, der sich umsorgenden Frauen? Wieso wollte diese wunderbare, klare und kraftvolle Frau nicht mehr leben wollen? Wieso konnte sie selbst sich nicht mitnehmen auf die Reise der Frage: Wer bin ich? Es tut so weh… dieses stolze Weib, über jede Hilflosigkeit erhaben. Immer dieses: ich komme schon klar! Danke, ich brauche nichts! Sie war so voller Liebe. Nur die eigene Bedürftigkeit hat sie nicht spüren können, oder nicht spüren wollen? Da gab es immer einen Raum in ihr, der voller Dunkelheit war. Einen Raum, den niemand betreten durfte. Manchmal hatte sie kurz den Schlüssel dafür in der Hand, dann haben wir zusammen hineingeschaut… hineingegangen sind wir nie. Hinter dieser Tür war ihr uralter Schmerz eingesperrt… Die Tränen zu Eis gefroren. Ja, ich weiß. Das bin ich selbst. Danke fürs Leben! DANKE EUCH ALLEN! Wieder ein Stückchen näher in die Wirklichkeit gerückt, aus meinem eigenen Verrückt-Sein. Auf dem Weg zum Frauencamp sitze ich mit zwei jungen Frauen im Auto. Ich freue mich und auf einmal sind wieder Zweifel in mir: „Was will ich denn dort mit diesem jungen Gemüse“? Ich lasse diese Gedanken zu, sie ziehen weiter. Ich spüre Unsicherheit, Angst – wovor? Es gibt kein zurück mehr. Ankommen. Schöner Platz, mitten im Grünen. Herzlicher Empfang, Wärme. Die Hütten liebevoll geschmückt und beduftet. Ich bin berührt, diese liebevolle Fürsorge kenne ich nicht. Ich kann das kaum annehmen und das tut so wohl. Wir bekommen die Aufgabe, Zettel zu schreiben, auf denen steht, was wir loslassen wollen. Ich kann gar nicht aufhören zu schreiben. Ich kann aufrichtig fühlen, dass es mir ernst ist. Ich habe erkannt, dass meine Projektionen in die Jetzt-Zeit aus alten Erfahrungen stammen, und dass ich lernen will das, was Heute ist, aus dem Heute entspringen zu lassen. Mir wird immer mehr bewusst, dass ich alte Geschichten nicht eins zu eins in das Jetzt übertragen kann. In den Wald gehen, Sachen suchen zum Maskenbau. Der Regen hängt in den Wolken. Mit und ohne Schirm, gut umsorgt, werden wir alleine und zu vielen in den Wald entlassen, um auf Spurensuche zu gehen…und zu finden. Ich fühle mich gut aufgehoben. Streife alleine durch nasse Wiesen am Maisfeld entlang. In der Ferne donnert es, es kommt ein Gewitter auf. Ich rieche feuchten Wald und schmecke Regen. Ich schneide Pilze von toten Birkenstämmen, bekomme langsam ein Bild von meiner Maske. Treffe in meiner Phantasie auf ein Wildschwein und flüstere mit den Eichhörnchen. Abendessen am kleinen Feuer: Wie geht es uns, wo steht jede einzelne von uns Frauen? Ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen, dass sich mein Leben immer an der Maxime von Männern orientiert hat. Ich stehe und falle durch die Beurteilung von Männern, bin selbst immer mehr in die Fußstapfen von Männern getreten, um Schritt halten zu können. Mir fehlt die Anbindung an die weibliche Energie, die mag ich zurückerobern. Ich wünsche mir, ein Gefühl, ein Spüren für meine selbstbewusste Kraft der Hingabe und des Wissens zu finden. Spüren lernen. Spüren, was ich brauche. Witterung aufnehmen. Spüren, was andere brauchen. Nähren, Knurren… Zähnefletschen, für mich einstehen. Spurensuche… Morgens früh Yoga mit Sansara: Meine steifen Knochen wühlen sich aus dem Bett. Ohh, die Sonne scheint. Jaaa! Den inneren trägen Schweinehund besiegend finde ich mich auf der Wiese im Kreis der Frauen wieder. Mein steifer Nacken, mein Rücken, aller eingefrosteter Müll findet einen Weg zur Sonne. Warm werden, wie ein eingerosteter Motor, der nach langem Rumstehen wieder laufen darf…Ja, ich fühle eine Einladung zum Laufen, eine freundliche Aufforderung, aber keinen Zwang. Danke! Danke! Ich bin voller Dankbarkeit. Eine der Frauen bringt ihr altes Waldwissen mit auf den Tisch, sie hat Schirmpilze, Maronen, Steinpilze und HEXENRÖHRLINGE köstlich zubereitet. Es duftet zwischen Rührei, frischem Kaffee und dem guten Ingwer-Lemongrastee verführerisch. Ich bitte um den morgendlichen Abwasch, eine Möglichkeit, meine Dankbarkeit zu zeigen. Es macht Spaß, mit den Frauen gemeinsam die Küche sauberzumachen. So viele Eindrücke, so viele MenschInnen, soviel Natur… Trommeln. In der Mittagssonne Trommeln. Ich habe noch nie getrommelt – ein wenig schüchtern, aber voller Lust. Langsam finden wir in einen gemeinsamen Rhythmus, bohh, macht das Spaß! Irgendwann die Gitarren holen, … singen. Wind weht Lieder weg. Lachen. Unbeschwertheit. Immer wieder taucht der Gedanke auf, ich darf keinen Spaß haben, lerne ihn ziehen zu lassen… Habe Spaß. Lerne so viel hier. Bin auf unsicherem Boden. Kenne mich nicht aus in der Kopflosigkeit. Es ist, als wäre mein Kopf zu schwer für das dünne Stängelchen, meinen Hals. Mein Nacken tut schon seit einigen Tagen weh. Kann meinen Kopf nicht mehr frei bewegen. Empfinde Steifheit. Ich finde mich wieder mit einer der Teilnehmerinnen, die sich um meinen schmerzenden Nacken kümmert und einfühlsam massiert. Und ich kann endlich weinen. Ich fühle mich aufgehoben, weine und weine und weine… Da ist so viel Mitgefühl in ihr, dass ich tief berührt bin. Ich bin in einen Fluss geraten, der reißend ist. Einen Fluss, der von Dankbarkeit so gefüllt ist, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Es fühlt sich an, als würde ich nach Hause finden. Nach Hause finden in weibliche Bereiche meiner Seele, die ich schon so lange suche und langsam anfange, zu finden. Ich schreibe und weine und umarme euch alle. Ich umarme den Tanz um das Feuer, zu dem wir getrommelt haben. Den Tanz, zu dem wir unsere Loslasswünsche in die Flammen warfen. JA – ICH WILL- LOSLASSEN! Dann bin ich dran, ich spüre, wie meine Energie immer mehr absackt. Ich will ums Feuer fliegen und den Flammen zurufen, dass sie alle meine Zweifel auffressen dürfen. Und ich fühle mich immer hilfloser, kraftloser und schwerer… Ich kann mich nicht anvertrauen. Kurz

Teilnehmerstimme Fortbildung Sexualtherapie 2013 – 2015

Ich habe von 2013 bis 2015 die Fortbildung für Sexualtherapie am Institute für Beziehungsdynamik gemacht. Ich arbeite seit dem als Sexualtherapeutin und Beziehungcoach in Berlin. Ich kann diese Ausbildung von ganzem Herzen empfehlen, denn die Fortbildungsleiter, Bettina Vibhuti Uzler und Robert A. Coordes, haben eine kraftvolle Harmonie in ihrer Arbeit. Kompetent, entspannt und klar öffnen sie das Spektrum und Themen der Ausbildung. Selbsterfahrung und Lernen im Rahmen einer Gruppe gibt dieser Ausbildung besondere Kraft. Unerlässlich ist hierbei dann natürlich, dass diese Prozesse von den Ausbildungsleitern begleitet und geleitet werden. Diese wichtigen Begegnungen haben die Fortbildungsleiter mit dem Programm der Ausbildung wunderbar verflochten. Durch diese Ausbildung kann ich meinen Klienten mit Kompetenz einen sicheren Psychotherapeutischen Rahmen bieten, sich mit Problemen und Erfahrungen auseinanderzusetzen. Auf persönlicher Ebene hat sich durch die Fortbildung sehr viel geöffnet und entwickelt. Erfahrungen die für meine eigene therapeutische Arbeit den besten Nährboden geschaffen haben. Jedes Modul hatte neben fachlichem und therapeutischem Lernen auch wundervolle Momente der Begegnung. Beim Tanzen, bei dynamischer Körperarbeit oder bei der morgentlichen Frühstücksrunde hatten wir die Gelegenheit auch als Gruppe zu wachsen.   Silke vom Bauer, HP Psychotherapie

Impressionen Frauencamp

Ich fühle mich durchgewirbelt, berührt, froh, wehmütig, jung, ein bisschen traurig.Im Außen habe ich im Spiegel, mich als eine junge Frau gesehen, wo die Wildheit ein wenig durchblitzt: mit geröteten Wangen und großen Augen, die fast ein wenig kindlich wirken. Die Zeit mit Euch, mit den Frauen, hat vielmehr mit mir gemacht, als ich in Worte fassen kann.Vor ein paar Monaten war es eine eher rationale Entscheidung: „Ich will mich mit den Frauen verbinden. Ich will lernen, Frauen zu lieben“.Ein Vorhaben, etwas, wo ich gemerkt habe, es ist unumgänglich. Jetzt ist es eine tiefe Sehnsucht geworden.Mit der Liebe in mir, die für die Frauen erwacht, zeigt sich auch ein Schmerz in mir. Und genauso aufgehoben und beschützt, wie ich mich fühle, genauso verloren fühle ich mich manchmal. Ich glaube, etwas wechselt sich in mir ab, und ich vermute, dass es noch ein bisschen dauert, bis ich wirklich frei von Konkurrenzdenken und der Angst vor der Stärke einer Frau bin. Ich habe wirklich ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft erlebt, das hat mich ganz weich gemacht. Nirgendwo anders hätte ich die letzten Tage sein wollen! Ich danke Euch Frauen vom Veranstaltungsteam dafür, dass ihr uns Frauen immer wieder darauf aufmerksam macht, wie wichtig es ist, dass wir Frauen zusammen halten, und dass Ihr uns für das große Missverständnis, welches unter Frauen herrscht, sensibel gemacht habt.Und ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr mit Euer ganzen Energie und Liebe uns – mir zeigt, wie das geht! Dass Ihr uns helft, uns zu verbinden. Ich bekomme immer mehr ein Gefühl dafür, wie sich eine Frauengemeinschaft voller Verbundenheit anfühlt. Danke.Ich bin mehr als froh, mit dabei gewesen zu sein und freue mich schon auf das nächste Camp!!!

Inhalte im dritten Seminar der Fortbildung Sexualtherapie – Sexuelle Funktionsstörungen

Im 3. Seminar unserer Fortbildung in Sexualtherapie widmen wir uns dem Thema „sexuelle Störungen“. Die Teilnehmer lernen in diesem Seminar verschiedene Therapieschulen kennen, erfahren deren Pathologiekonzepte und setzen sich mit bestehenden Vorstellungen zu sexuellen Funktionsstörungen wie war die Vaginismus, Orgasmusstörungen, Erektionsstörungen, wie auch Ejaculatio praecox, sowie sexueller Unlust oder auch Hypersexualität auseinander. Reflektiert werden dabei immer auch andere sexualtherapeutische Schulen wie die systemische Sexualtherapie, die syndiastische Sexualtherapie, die Hamburger Schule der Sexualtherapie sowie auch grundlegende Konzepte wie das von Masters und Johnson mit  entsprechendem „Sensate Focus“- Übungsprogramm. Im Vorfeld bereits haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verschiedenen sexuellen Funktionsstörungen auseinandergesetzt, aktuelles Wissen recherchiert und entsprechend aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden diskutiert und kritisch beleuchtet. Ziel ist es hier, ein eigenes Konzept für das Verständnis sexueller Funktionsstörungen zu entwickeln. Impulse geben wir hier unsere „sexuelle Landkarte“, ein Analyse-und Frageinstrument, das wir hier ausführlich erläutern und Teilnehmerinnen und Teilnehmen die Anwendung einüben.  Anhand dieser Methodik erläutern wir die Grundprämissen unseres Ansatzes.  In Übungen erfahren die Teilnehmer hier die Beziehung gestaltende Komponente sexueller Funktionsstörungen. So wird erfahrbar, welche Funktion sexuellen Störungen zu Grunde liegen könnte. Lernziel dieser Fortbildungseinheit ist die Entwicklung eigener Maßstäbe und Grundlagen zur therapeutischen Behandlung sexueller Funktionsstörungen. Zudem wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Überblick über aktuelle Perspektiven und Forschungsstudien ermöglicht. Dieser Seminarblock ist bewusst interaktiv konzipiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmen erarbeiten aktives Wissen, arbeiten dies kontrovers auf und erhalten dafür Feedback. Das therapeutische Vorgehen wird hierbei anhand von ausgearbeiteten Interviews in Anlehnung an unsere „sexuelle Landkarte“ eingeübt. Beweglichkeit Umgang mit entsprechenden Fragetechniken ist die Folge.

Für eine Nacht ein Mann sein

„Würdest Du gerne mal ein Mann sein?“, fragt er mich.„Nein“, sage ich. „Aber ich hätte gerne mal für einen Tag deinen Schwanz. Besser gesagt: für eine Nacht!“Einmal wissen, wie es sich anfühlt, nicht hereinzulassen, sondern einzudringen. Aufgenommen zu werden.Es ist seltsam, dass ich keine Ahnung habe, was genau der Mensch fühlt, mit dem ich am intimsten bin. Wirklich zusammen. Wir haben Sex, zu zweit – aber sind dennoch irgendwie allein. Jeder für sich. Denn ich weiß eher, wie sich Sex für meine beste Freundin anfühlt, als für ihn.„Wie ist das?“ frage ich ihn.„Schön.“ Seine Augen leuchten. „Ja, das weiß ich, aber erzähl mir, wie es ist! Wie fühlt es sich an?“„Du bist heiß, dein Schwanz ist heißer. Es ist fast so, als würde er glühen. Du spürst nur noch ihn, deine Gedanken kreisen nur noch um das eine. Deine Gedanken sind nur noch dort. Dort, an diesem Ort. Deinem Ort. Du willst nichts anders mehr. Wenn ich dann eindringe, ist es warm, weich, feucht. Ich kann nur noch an diese drei Wörter denken: warm, weich, feucht. Einerseits möchte ich es solange hinauszögern, wie es nur geht. Andererseits möchte ich immer tiefer in Dich eindringen. Ich spüre, wie deine Schamlippen meinen Schwanz umschließen – fast so, als würden sie ihn festhalten und nicht mehr loslassen wollen. Meine Eichel spürt dann einen zarten Widerstand. Es ist eng. Eng, warm, weich, feucht.Ich bewege mich langsam und durch die Enge schiebt sich meine Vorhaut vor und zurück. Wenn ich meinen Schwanz nun ganz leicht anspanne, gibt es mir den Rest! Ich muss mich einfach weiterbewegen. Vorstoßen, zurückziehen, aber nur, um wieder vorstoßen zu können. Ein unglaubliches Spiel. Ich  wünschte fast, es würde nie zu Ende gehen! Aber ich spüre, dass das Ende bedrohlich nahe ist. ,Nein, noch nicht!’ würde ich am liebsten schreien, aber das Gefühl ist einfach zu süß.Wenn ich gekommen bin, spüre ich, wie sich die Konsistenz in Dir verändert. Es ist nicht mehr nur feucht – sondern auch glitschig. Ich ziehe mich zurück, aber ich wünschte, noch ein wenig bleiben zu können.“ Quelle: Alley Cat – Erotikmagazin für Frauen

Orgasmusstörung

Eine Frau schrieb während ihres sexualtherapeutischen Prozesses folgendes: Obwohl ich schon in jungen Jahren mit vielen Männern Sex hatte und auf sexuellem Gebiet so ziemlich alles ausprobiert habe, was es gibt, habe ich niemals einen Orgasmus gehabt. Viele Jahre hat mich das auch überhaupt nicht interessiert. Sex war für mich nur ein Mittel zum Zweck. Darüber habe ich mir die Anerkennung und Bestätigung geholt eine begehrenswerte Frau zu sein. Mir war viel wichtiger, dass der Mann mich geil fand und einen Orgasmus hatte, wie mein eigenes Empfinden. Meistens habe ich bei den sexuellen Interaktionen Lust verspürt, bin feucht geworden und ich glaube kaum, dass einer der vielen Männer wirklich mitbekommen hat, dass ich keinen Orgasmus habe. Natürlich blieb dieses risikoreiche Spiel nicht ohne Folgen. Um meinen 30ten Geburtstag diagnostizierte mir meine Frauenärztin Gebärmutterhalskrebs im mittleren Stadium. Diese Diagnose war unter anderem ein Anlass, mich mit meinem Körper und meiner Sexualität tiefer zu beschäftigen. Mehrere Jahre hatte ich keinen Sex mehr mit Männern, bis ich vor zwei Jahren dann meine erste, feste Beziehung kennen lernte. Ich hatte inzwischen auch eine Therapie angefangen und mich darum bemüht heraus zu finden, warum ich keinen Orgasmus bekommen konnte. Auch meine Beziehung hat mich dazu gezwungen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, da ich nicht weiter Theater spielen wollte und konnte. Ich habe gemerkt wie meine gestörte Orgasmusfähigkeit mein Selbstbewusstsein als Frau beeinflusste. Mir fehlte etwas, dass die anderen Frauen hatten und ich lebte in der ständigen Angst, dass mein Freund mich verlassen würde, um eine Frau zu finden, die er zum Orgasmus bringen konnte. Ich fühlte mich nicht vollständig und schämte mich für mein Unvermögen. Beeinflusst durch die Medien und das was man so hört und sieht, hatte ich eine ganz bestimmte Vorstellung, wie ein Orgasmus bei einer Frau sein müsste. Ich dachte an eine Art Explosion, etwas dass einen komplett überschwemmt, etwas völlig Unkontrollierbares. In meiner Therapie lernte ich, von diesen Vorstellungen los zu lassen. Nach und nach lernte ich die feineren Regungen in meinem Körper wahrzunehmen und meinen Focus von dem Ziel “Orgasmus” mehr auf das zu richten, was im Moment der Berührung mit mir passiert. Es war ein schmerzhafter Prozess, zu erkennen, dass ich meine Gefühle jahrelang übergangen habe, weil ich mir und den Männern etwas beweisen wollte: nämlich, dass sie weder fähig waren mich zu berühren, noch mich zu befriedigen. In meiner Orgasmusstörung drückten sich meine tiefe Verachtung und meine Aggressionen aus, die ich Männern gegenüber empfand. Es war meine Rache an ihnen. Den Preis den ich dafür bezahlen musste war, dass ich über die Jahre in denen ich mit vielen unterschiedlichen Männern Sex hatte, immer unempfindlicher wurde und meine Gefühle extrem kontrollieren musste, bis ich irgendwann kaum noch etwas empfand. In der therapeutischen Gruppen- und Einzelarbeit, lernte ich mich und meinen Körper neu kennen. Ich lernte seine Sprache zu verstehen und Vertrauen in mein eigenes Empfinden zu bekommen. Ich lernte die Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen und nach und nach zu verstehen, dass es an mir liegt inwieweit ich mich öffnen kann, damit ich orgastische Regungen bekomme. Indem ich die Verantwortung für mein Erleben nicht weiter auf meine Sexualpartner übertrug, kam ich aus der passiven Rolle, in der ich sozusagen keine Einfluss darauf hatte was mit mir passiert in eine Aktive, in der ich fähig war, selbst zu entscheiden welche Gefühle ich zulassen wollte und welche nicht.Ich arbeite weiter an meiner Hingabefähigkeit und daran meinen Gefühle und Regungen zu vertrauen. In der Beschäftigung mit mir selbst erforsche ich, wo meine Grenzen sind, wann ich mir zärtliche Berührungen wünsche und wann Kräftige. Ich entdecke meinen Körper und sein Innenleben immer wieder neu. Ich nehme bewusst jedes Kribbeln und jeden Schauer wahr und entdecke ganz neue Ebenen von Sinnlichkeit und Liebeslust. Manchmal noch kostet es mich Überwindung und ich kann immer noch die Erwartung spüren die im Hintergrund lauert und die damit verknüpfte Angst die sagt:” und was, wenn Du wieder keinen Orgasmus bekommst?”. Aber dann versuche ich mich zu entspannen und mir keinen Druck zu machen. Meistens macht es dann auch Spaß und heilt dadurch auf einer tiefen Ebene die Beziehung zu mir Selbst. Meistens macht es dann auch Spaß und heilt dadurch auf einer tiefen Ebene die Beziehung zu mir Selbst.

Sexueller Missbrauch durch den Vater 01

Im Rahmen ihrer Sexualtherapie berichtet eine Frau vom sexuellen Missbrauch durch ihren Vater und wie dieser ihr weiteres Leben und ihre Beziehungsfähigkeit maßgeblich beeinflusst hat:   „Als Kinder sind wir morgens vor dem Aufstehen oft noch zu unseren Eltern ins Bett gekrochen und haben uns angekuschelt. Meine Eltern schliefen zwar im gleichen Zimmer, hatten aber getrennte Betten. Ich glaube, es gab eine Phase, wo ich es vorzog, zu meinem Vater ins Bett zu kriechen, während mein Bruder zu meiner Mutter ging. Ich erinnere mich an eine Situation, da muss ich vielleicht 9 oder 10 gewesen sein: Ich lag mal wieder bei meinem Vater im Bett und war nackt.   Das war für uns nichts besonderes, meine Eltern waren FKK-Anhänger und wir waren es gewohnt, uns gegenseitig nackt zu sehen. Was allerdings, im Nachhinein betrachtet, ziemlich verlogen war, weil meine Eltern ansonsten ziemlich verklemmt waren. Körperliche Berührungen, Austausch von Zärtlichkeiten, geschweige denn sexuelle Handlungen zwischen meinen Eltern, bekamen wir praktisch so gut wie nie zu sehen. Es war also eine Pseudo-Offenheit, die keinen lebendigen Inhalt hatte, denn Intimitäten fanden nur heimlich und versteckt statt.Natürlich habe ich meinen Vater über alles geliebt, ich habe es genossen, mich an ihn zu kuscheln, von ihm im Arm gehalten und gestreichelt zu werden. Doch plötzlich streichelte er auch über meine Möse, das war erst einmal ein komisches Gefühl. Im ersten Moment vermutete ich ein Versehen, schließlich konnte er ja unter der Bettdecke nicht genau sehen, wo seine Hand gerade war. Dann war ich peinlich berührt und schämte mich, weil ich spürte, dass der Finger meines Vaters feucht war, als er seine Hand von der Möse meinen Bauch hinauf gleiten ließ. Meine Möse war für mich ein Ausscheidungsorgan für Urin und das hatte ich damals wohl als schmutzig einprogrammiert. Es war mir also peinlich, dass mein Vater aus Versehen in Kontakt mit meinem schmutzigen Urin gekommen war. Ich schämte mich dafür, schmutzig zu sein. Dann fiel mir auf, dass mein Vater für ein Versehen viel zu lange und bewusst in diesem Bereich verweilte und scheinbar absichtlich und bewusst die Feuchtigkeit auf meinem Körper verteilte. Ich vermutete, dass es etwas mit meinem zukünftigen Frausein zu tun haben musste, welches meine Mutter schon hatte und ich noch nicht. Ich bekam eine Ahnung, dass mein Vater mich bereits als Frau wahrnahm.Jetzt war ich im Zwiespalt zwischen Wohlgefühl und Ekel. Während ich das schreibe habe ich erotische Gefühle. Das ist eine Situation, die mich auch heute noch erregt: das heimliche, verstohlene, scheinbar zufällige Streicheln über die Möse, die Gier des anderen zu spüren, die sich nur versteckt zeigt. Schon bin ich programmiert. Nur so werde ich feucht. Direkte und offensichtliche Berührungen bewirken das Gegenteil.Das peinlich berührte und schamvolle Gefühl haben mich einfrieren lassen. Ich habe mich zusammengezogen und verspannt, um dieser Berührung zu entgehen und hoffte, dass es so schnell wie möglich vorbeigehen möge. Gleichzeitig habe ich es aber auch genossen und Lust empfunden, woran ich mich jetzt allerdings nur noch vage erinnern kann.Diese Situation habe ich vergessen, sie fiel mir erst lange nach meiner 2. Missbrauchsituation wieder ein, nachdem ich begonnen hatte, diese als Missbrauch zu verarbeiten. Ich erinnere mich, dass ich mit vielleicht 13-14 Jahren, eine ähnliche Situation mit meinem 4 Jahre jüngeren Bruder nachgespielt habe. Ich habe mich hin und wieder mit ihm ins Bett gelegt und ihn dazu animiert, scheinbar unschuldig über meinen Körper zu streicheln, habe seine Hände dabei über meine Brüste und Richtung Möse geführt. Das hat mich jedes Mal ziemlich erregt. Seine unschuldige und teilweise auch zögerliche Mitarbeit haben mich erregt. Ich war jedoch gar nicht unschuldig, habe mich aber ihm gegenüber so gegeben, als seien es kleine unschuldige Spielchen, uns gegenseitig zu erforschen. Ich hatte allerdings gezielte Interessen, nämlich meine Lust zu spüren, wofür ich ihn benutzt habe.“

Sexueller Missbrauch durch den Vater 02

Vorher waren wir, teilweise Arm in Arm oder Händchen-haltend durch London geschlendert. Wir hatten ein gemeinsames Hotelzimmer mit 2 getrennten Betten, ich hätte viel zu viel Angst gehabt, in einem Einzelzimmer zu schlafen, schließlich war ich zum 1. Mal in der fremden Welt unterwegs, es war auch mein 1. Hotelaufenthalt. Für mich war diese Reise das große Abenteuer.Wir waren also im Zimmer, als mein Vater mich in den Arm nahm und mich an sich drückte. Dann drückte er mich auf das Bett, streichelte mich und rieb sich an mir. Er schmiegte sich mit seinem Kopf an meinen Bauch an und arbeitete sich zu meinem Brust- und Halsbereich hinauf. Jetzt war ich richtig im Zwiespalt. Ich bin komplett erstarrt, war wie gelähmt, unfähig ein Wort herauszubringen. Ich habe meinen Vater bewundert, tief geliebt und ich glaube sogar auch begehrt. Da ich jedoch noch keine Erfahrungen mit Jungs hatte, war es eher ein unschuldiges und unspezifisches Begehren. Auf der anderen Seite meldete sich die Moral- ich wusste aus Märchen und Geschichten, dass körperliche Liebe zwischen Eltern und Geschwistern verboten war, weil dabei behinderte Kinder herauskommen würden. Der eine Teil von mir wollte sich hingeben, der andere Teil sagte, dass darfst du nicht, das ist doch verboten, das kann schreckliche Folgen haben. Im Spannungsfeld dieser beiden Anteile war ich handlungsunfähig und sprachlos. Der unlösbare Widerspruch ließ mich erstarren. Ich wurde steif wie ein Brett, fühlte mich wie gelähmt und konnte die Berührungen meines Vaters weder erwidern noch abwehren. Zeitgleich wollte ich mich ihm hingeben und ihn wegdrücken. Kurzschluss. Ich war wie gelähmt und in mir rasten die Gedanken: das darfst du nicht, hör auf, das dürfen wir nicht tun. Ich glaube, ich suchte auch danach, wie ich mich angemessen ausdrücken sollte, ich wollte ihn ja nicht wirklich von mir stoßen oder verletzen oder zurückweisen. Ich suchte nach einer Lösung für meinen Zwiespalt: wie konnte ich ihm klar machen, dass ich glaubte, das man das nicht darf? Warum wusste er das nicht? Ich hatte ihm bis dahin bedingungslos vertraut und geglaubt. Warum tat er das? Wollte er uns beide ins Verderben stürzen? Ich war mir nicht sicher, vielleicht war ich ja auch im Unrecht. Ich wusste nicht, was ich glauben sollte, wie ich mich verhalten sollte, was ich sagen sollte. Irgendwann brachte ich dann doch ein paar Worte heraus, sowas wie: ich weiß nicht, ob das richtig ist, was wir da machen. Da ließ er erschrocken von mir ab. Es war so, als wenn er in Trance gewesen war und ich ihn mit meinen Worten aufgeweckt hatte.Beim Schreiben fällt mir interessanterweise auf, dass ich den wesentlichen Aspekt dieser Situation bis dato noch nicht erkannt hatte. Das Hauptproblem in dieser Situation war ja nicht der angedeutete sexuelle Missbrauch, sondern, neben dem bereits erkannten Vertrauensmissbrauch, vor allem der innere Konflikt zwischen: Darf ich oder darf ich nicht? Tue ich das Richtige oder das Falsche? Werde ich bestraft, wenn ich meinen sexuellen Gefühlen folge? Ein Konflikt, den ich auch immer wieder mit meinen Beziehungspartnern durchspiele. Und ich habe sofort Schuldgefühle, wenn ich sexuelle Gefühle zu anderen Männern entwickle und die Angst, dafür bestraft zu werden.“

Erfahrungsbericht zur Männergruppe 2

Vom ersten Abend an habe ich die Gemeinschaft der anderen Männer genossen, ich war Teil eines unglaublichen kraftvollen Bündnisses, das im Laufe der Gruppe immer mehr an Kraft und Intensität gewann. Es hat sich für mich archaisch angefühlt und völlig natürlich, als würde ich an eine vergessene Verbindung, die Männer immer haben, erinnert werden. Insbesondere das Abschlusswochenende in der Natur war sehr bewegend. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir Männer uns nicht genügen würden. Im Gegenteil: durch die Abwesenheit von Frauen konnten wir offener und ehrlicher miteinander umgehen. In der Interaktion mit den anderen Männern wurde ich mit meiner eigenen kindlichen Ohnmacht und unterdrückten Wut konfrontiert. Die Gruppe hat mir sehr darin geholfen zu verstehen was “Mann-Sein“ bedeutet, indem sie einen Raum geschaffen hat, wo ich meinen Ängsten und Schmerzen begegnen konnte ohne darin verloren zu gehen. Nach den Gruppenabenden, insbesondere nachdem Abschlusswochenende habe ich mich völlig geerdet und kraftvoll gefühlt. Das was ich in meiner Vater-Beziehung nie spüren konnte, eine emotionale und tiefe Verbindung zwischen Männern, habe ich innerhalb der Gruppe erfahren können. Ich danke Euch, Sadhu und Ananda, für diese wunderbare Erfahrung!”