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9 Häufige Mythen über Sexualtherapie

Über den Bereich der Sexualtherapie existieren verschiedene Mythen, die das Verhältnis von Menschen zu diesem wichtigen therapeutischen Themenfeld beeinflussen und verfälschen. Diesem Blogbeitrag wollen wir einige dieser Mythen über Sexualtherapie aufgreifen, kommentieren und verwerfen. Laut einer statista-Umfrage haben Erwachsene mehrmals pro Woche Sex. Sexualtherapeut*innen wenden ganz bestimmte körperliche Übungen an Oft kommen Klientinnen und Klienten zu uns ans Institut für Beziehungsdynamik, um sich in Bezug auf sexuelle Probleme und Störungen unterstützen und begleiten zu lassen. Nicht selten haben diese Menschen Vorerfahrungen in anderen therapeutischen Feldern gewonnen. Manchmal kommt es in einer anderen Psychotherapie zu dem Punkt, an dem Sexualität plötzlich zum Thema wird. Manche Therapeut*innen empfehlen dann, eine Sexualtherapie in Anspruch zu nehmen, so dass es wirken kann, als wenn Psychotherapie und Sexualtherapie vollkommen unterschiedlich wären. Für uns ist Sexualtherapie immer auch Psychotherapie! Denn für uns ist Sexualität keine körperliche Funktion, sondern beinhaltet immer auch mentale Vorgänge und Beziehungsprozesse. Daher müssen, aus unserer Sicht, psychotherapeutische Themen unbedingt einbezogen werden. In der Beziehungsdynamischen Sexualtherapie ist diese psychotherapeutische Ebene unsere Basis. Auf dieser Basis bieten wir spezielle Übungen an, die es Paaren und Einzelklient*innen ermöglichen, neue und hilfreiche Erfahrungen zu gewinnen. Für uns sind körperliche Übungen ohne die innere und mentale Haltung unserer Klient*innen und Paare einzubeziehen, nicht zielführend. Sexualtherapie gibt Tipps für ein besseres Funktionieren Für uns am Berliner Institut für Beziehungsdynamik ist Sexualtherapie ein spezialisiertes Feld der Psychotherapie. Und in Psychotherapie gilt es, Klient*innen dazu einzuladen, die eigene Innenwelt so wie die eigenen verinnerlichten Widersprüche zu explorieren und anzunehmen. Der Schlüssel zum Verständnis und zur Überwindung sexueller Probleme und Störungen liegt in der Innenwelt. Psychotherapie, wie auch Sexualtherapie, geben grundsätzlich keine Hinweise, wie jemand besseren Sex haben könnte oder wie man seine Performance verbessern könnte. Zwar lassen Therapeut*innen auch sog. psychoedukative Aspekte einfließen, indem bestimmte Sachverhalte erläutert werden oder auch begrenzte und einschränkende Informationen eines Klienten oder einer Klientin gezielt erweitert werden. Manchmal kann auch ein Hinweis auf eine bestimmte sexuelle oder partnerschaftliche Praktik oder Spielart oder auch Vorgehensweise einen Klienten oder eine Klientin inspirieren, neue Wege zu denken und zu beschreiten. Doch vorrangiges Ziel von Psychotherapie wie auch Sexualtherapie ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Sexualtherapeut*innen bewerten, ob jemand normal oder pervers ist Davon abgesehen, dass es unmöglich wäre, zu entscheiden, welches Verhalten oder welche Vorlieben normal oder auch anormal sind, zählt diese Art der Bewertung eindeutig nicht zu den Aufgaben von Sexualtherapeut*innen. In einer Sexualtherapie, wie wir sie am Berliner Institut für Beziehungsdynamik anbieten, geht es darum, den Blick nach innen zu richten und sich selbst, so wie die eigenen Beweggründe und Widersprüche verstehen und akzeptieren zu lernen. Oft bewerten Klient*innen sowie Paare sich selbst und ihre Verhaltens- und Erlebensweisen bereits selbst – oder anders gesagt sie werten sich ab. Demnach rechnen viele damit, dass Sexualtherapeut*innen oder Paartherapeut*innen es genauso machen. Sexualtherapeut*innen pflegen in der Regel eine professionelle und neutrale Einstellung gegenüber ihren Klienten. Sie urteilen nicht über deren sexuelle Vorlieben, Orientierungen oder Praktiken. Ihr Ziel ist es, ihren Klient*innen dabei zu helfen, ein befriedigendes und erfüllendes Sexualleben zu erreichen, das ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Wir am Berliner Institut für Beziehungsdynamik gehen davon aus, dass jeder Mensch in seiner gegenwärtigen Situation genauso handelt, wie es ihm möglich ist. Dies gilt es zu benennen und zu würdigen. Moralische Einschätzungen und Bewertungen sind niemals hilfreich, wenn es darum geht, Menschen sexual- und paartherapeutisch zu unterstützen. Sexualtherapie hilft dabei, besser zu entspannen Eine weit verbreitete Vorstellung ist, dass sexuelle Probleme und Störungen damit zu tun haben, dass jemand verspannt, angespannt oder unter Druck steht. Zur Lösung werden in vielen Ratgebern, dieser Verspannungshypothese gemäß, Entspannungsmethoden empfohlen und vermittelt. Entspannung ist sicherlich nie verkehrt, doch unserer Auffassung nach hat „Verspannung“ auch Vorteile, die es zu würdigen gilt. Hinter muskulären Verspannungen verbergen sie sich in der Regel mentale Blockaden. Oder sie dienen dazu, Emotionen zu kontrollieren und zurückzuhalten. Damit hat aus unserer Perspektive jede Verspannung auch einen schützenden Effekt. Diese Schutzfunktion gilt es zu würdigen, andernfalls wird man sie nicht loslassen oder verändern wollen. Hinter Verspannungen halten wir in der Regel Ängste zurück – Ängste vor Beziehungen, vor dem Leben und der Unvorhersehbarkeit in unserem Leben. In der Beziehungsdynamischen Paar- und Sexualtherapie ist unser Ziel, ganzheitliche Akzeptanz auch der eigenen inneren Widersprüche zu fördern. Entspannung ist dann zumeist die Folge, wenn ein Mensch sich selbst akzeptieren und auch liebevoll betrachten kann. Sexualtherapie hilft dabei, besseren Sex zu haben In der Beziehungsdynamischen Sexualtherapie, unserem therapeutischen Ansatz am Berliner Institut für Beziehungsdynamik, gehen wir davon aus, dass Sexualität ein Kommunikationskanal ist. Vielfach haben wir entweder nicht gelernt, diesen Kanal zu nutzen oder wir wollen diesen einfach nicht mehr nutzen, weil wir insgeheim die damit einhergehenden Emotionen und Zustände nicht mehr erleben möchten. In der Beziehungsdynamische Sexualtherapie steht diese Kommunikation im Fokus und wir untersuchen gemeinsam, was einen Menschen daran hindert, sexuell zu kommunizieren. Dabei ist unser Ziel nicht vorrangig, guten Sex zu erreichen oder die eigene Sexualität facettenreicher und vielfältiger zu gestalten. Dies passiert zumeist automatisch, wenn Menschen wieder Lust bekommen, sexuell zu kommunizieren und sich auszudrücken. Wenn die eigene Selbstbeziehung oder die Beziehungen zu anderen wieder durch sexuelle Spielfreude gekennzeichnet ist, dann beginnen Menschen selbstverständlich automatisch, sich tiefergehend einzulassen und mit ihren emotionalen Facetten zu zeigen. Guter Sex ist nicht das Ergebnis bestimmter Techniken und Methoden,  guter Sex ist dann die Folge Sexualtherapie ist nur für Paare gedacht Während viele Menschen sich mit ihrem Partner in Paartherapie begeben, um ihre sexuellen Probleme anzugehen, können auch Einzelpersonen von Sexualtherapie profitieren. Viele Themen, wie sexuelle Dysfunktionen, sexuelle Unsicherheiten oder Fragen zur sexuellen Identität, zeigen sich unabhängig von Partnerschaften und können gut in Einzeltherapien bearbeitet werden. Auch kann es sein, dass eine Person zeitweise gar nicht mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen ist und sich durch sexuelle Probleme daran gehindert erlebt, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin zu finden. In diesem Fall ist eine Sexualtherapie als Einzelperson selbstverständlich angezeigt und möglich. Sicherlich ist es bei vielen sexuellen Problematiken sehr förderlich, wenn zur Überwindung sexueller Probleme Übungen gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner gemacht