Der Schatten zeigt sich im Bett
Tabus und Kollusion in Paarbeziehungen verstehen
In der Sexualität von Paaren gibt es oft ein stilles Einvernehmen darüber, was nicht gesagt werden darf. Der Workshop zeigt, warum sexuelle Symptome selten nur das Problem einer Person sind – und wie sich gemeinsame Tabus therapeutisch erkennen und ansprechbar machen lassen. Der Live-Termin hat bereits stattgefunden; die Aufzeichnung in zwei Teilen kannst Du jederzeit kostenlos ansehen.
- Aufgezeichnet am
- 30.09.2026
- Umfang
- Aufzeichnung in zwei Teilen
- Format
- On demand, jederzeit abrufbar
- Kosten
- Kostenfrei, Zugang per E-Mail
Mit Robert Ananda Coordes, Diplom-Psychologe und Gründer des Instituts für Beziehungsdynamik Berlin. Ein Workshop unserer Reihe zum 20-jährigen Institutsjubiläum. Alle Aus- und Weiterbildungen findest Du auf www.sexualtherapie-fortbildung.de.
Wünsche, Ängste, Fantasien oder Enttäuschungen bleiben unausgesprochen – nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil sie zu bedrohlich erscheinen.
Gerade das, worüber nicht gesprochen wird, prägt das sexuelle Erleben eines Paares häufig stärker als alles, was tatsächlich ausgesprochen wird. Manchmal zeigt sich im Bett genau das, was im Alltag der Beziehung tabuisiert bleibt: Verletzlichkeit, Scham, Kontrollbedürfnisse, Idealisierungen, Rückzug, Vermeidung oder wiederkehrende Konflikte.
Aus beziehungsdynamischer Sicht sind sexuelle Symptome deshalb selten nur das Problem einer einzelnen Person. Häufig sind sie Ausdruck eines gemeinsamen, unbewussten Musters. Ein Paar schützt miteinander etwas, das zugleich beide betrifft – und beide überfordert.
Der Schatten zeigt sich im Bett.

Worum es in diesem Workshop geht
Viele Paare sprechen über Organisation, Alltag, Kinder, Arbeit, Termine und Konflikte. Aber über das, was in der Sexualität wirklich berührt, beschämt, irritiert oder verletzt, wird oft nicht gesprochen. Dabei sind es gerade diese unausgesprochenen Themen, die eine Beziehung und Sexualität tief prägen können.
- Ein Wunsch wird nicht ausgesprochen, weil er als zu peinlich erlebt wird.
- Eine Enttäuschung bleibt verborgen, weil sie den anderen verletzen könnte.
- Eine Fantasie wird verschwiegen, weil sie nicht ins Selbstbild passt.
- Eine Angst wird nicht benannt, weil sie Scham auslöst.
- Ein Konflikt wird vermieden, weil beide spüren: Wenn wir darüber sprechen, könnte etwas Grundsätzliches sichtbar werden.
So entstehen Tabus.
Tabus sind nicht einfach nur verschwiegene Inhalte. Sie organisieren Beziehung. Sie bestimmen, was möglich ist, was vermieden wird, welche Rollen beide einnehmen und welche Themen immer wieder umkreist, aber nicht wirklich berührt werden.
In der Sexualität zeigen sich solche Tabus oft besonders deutlich. Denn Sexualität ist körpernah, verletzlich, unmittelbar und schwer kontrollierbar. Dort, wo Menschen sich eigentlich begegnen wollen, treten zugleich Scham, Angst, Kontrolle, Rückzug, Anpassung oder Enttäuschung hervor.
Sexualität als Kommunikation
Für uns am Institut für Beziehungsdynamik ist Sexualität nicht nur körperliches Geschehen. Sie ist auch Kommunikation – eine körperliche Sprache, in der sich oft ausdrückt, was verbal nicht gesagt werden kann oder nicht gesagt werden darf.
- Lustlosigkeit kann mehr sein als fehlende Lust.
- Vermeidung kann mehr sein als Desinteresse.
- Ein wiederkehrender Konflikt kann mehr sein als ein Streit über Sex.
- Ein sexuelles Symptom kann mehr sein als eine individuelle Funktionsstörung.
Sexualität erzählt etwas über das Paar. Sie erzählt von:
- Nähe und Distanz
- Macht und Ohnmacht
- Scham und Begehren
- Abhängigkeit und Autonomie
- Idealisierung und Entwertung
- Sehnsucht und Angst
Paar- und Sexualtherapie bedeutet deshalb immer auch, die Kommunikation eines Paares als Ganzes in den Blick zu nehmen. Nicht nur das, was gesagt wird, sondern auch das, was nicht gesagt werden darf. Nicht nur das Verhalten, sondern auch die Dynamik, die dieses Verhalten aufrechterhält. Warum wir deshalb lieber von der Funktion sexueller Störungen sprechen als von Funktionsstörungen, erklären wir in einem eigenen Beitrag.
Kollusion: Wenn beide ein gemeinsames Tabu schützen
Aus psychodynamischer Sicht entstehen viele sexuelle Tabus nicht zufällig. Häufig bilden sie sich im Rahmen einer Kollusion – ein Begriff, den der Paartherapeut Jürg Willi geprägt hat. Zwei Menschen ergänzen sich unbewusst in einem gemeinsamen Muster. Beide tragen auf unterschiedliche Weise dazu bei, dass ein bestimmtes Thema nicht berührt wird. Nicht aus böser Absicht, sondern weil dieses Thema mit Angst, Scham, Schuld, Verletzlichkeit oder alten inneren Konflikten verbunden ist.
Ein gemeinsames unbewusstes Arrangement
Oberflächlich wirkt es wie ein Konflikt zwischen zwei Personen. Beziehungsdynamisch betrachtet schützen beide etwas, das nicht ausgesprochen werden darf. In solchen Mustern liegt oft viel Leid – aber auch ein wichtiger therapeutischer Zugang.
Der Schatten zeigt sich im Bett
Der Begriff „Schatten“ stammt von C. G. Jung und verweist auf das, was nicht ins bewusste Selbstbild passt: auf das, was verdrängt, vermieden, abgespalten oder beschämt wird. Mehr dazu im Beitrag zur Schattenarbeit.
In Paarbeziehungen zeigt sich dieser Schatten häufig dort, wo Menschen besonders verletzlich sind: in der Sexualität. Im Bett wird sichtbar, was im Alltag kontrolliert, beschwichtigt oder überspielt werden kann – unausgesprochene Enttäuschungen, alte Verletzungen, Idealisierungen, Scham, Kontrollbedürfnisse, Angst vor Abhängigkeit oder Angst vor Nähe.
Sexuelle Symptome können dann wie Hüter eines gemeinsamen Tabus wirken. Sie verhindern, dass etwas sichtbar wird – und machen zugleich sichtbar, dass etwas nicht länger verborgen bleiben kann.
Die naheliegenden Fragen
- Wie verschwindet das Symptom?
- Wie kommt die Lust zurück?
- Wie lassen sich Konflikte reduzieren?
Die beziehungsdynamischen Fragen
- Was schützt dieses Symptom?
- Welches Tabu wird durch das Symptom stabilisiert?
- Welche gemeinsame Angst darf nicht berührt werden?
- Welche Wahrheit über die Beziehung zeigt sich im sexuellen Erleben?
Genau dieser Blick ist zentral für die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie. Wie sich das konkret bei sexueller Unlust zeigt, beschreiben wir im Beitrag Sexuelle Kollusion.
Was Du in der Aufzeichnung kennenlernst
In der Aufzeichnung dieses kompakten Online-Workshops erhältst Du einen konzentrierten Einblick in die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie – den Ansatz, den wir seit über 20 Jahren am Berliner Institut für Beziehungsdynamik entwickeln.
Anhand eines konkreten Fallbeispiels zeigen wir, wie sich Tabus und Kollusion in der Kommunikation und Sexualität von Paaren erkennen lassen. Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern um den diagnostischen Blick: Was geschieht zwischen zwei Menschen? Was wird gesagt, was nicht? Welche Funktion hat ein sexuelles Symptom? Welche Dynamik entsteht im Raum? Und wie kann man solche Themen therapeutisch behutsam ansprechbar machen?
Die Aufzeichnung besteht aus zwei Teilen. Du kannst sie ansehen, wann es Dir passt – und bei Bedarf Abschnitte noch einmal anschauen.
Das nimmst Du mit
- Du verstehst besser, wie sexuelle Tabus entstehen – und warum sie oft von beiden Partner*innen unbewusst geschützt werden.
- Du lernst das Konzept der Kollusion kennen: gemeinsame Abwehr statt individuelles Problem.
- Du bekommst einen diagnostischen Blick auf das, was zwischen den Zeilen – und zwischen den Körpern – verhandelt wird.
- Du erhältst erste konkrete Impulse, wie Tabus im therapeutischen Raum vorsichtig ansprechbar werden können.
- Du bekommst eine Orientierung, ob unsere Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie der nächste Schritt für Dich sein könnte.
Für wen die Aufzeichnung geeignet ist
Für Therapeut*innen und Berater*innen, die Sexualität nicht isoliert betrachten möchten, sondern als lebendigen Ausdruck von Beziehung und unbewussten Beziehungsprozessen. Ebenso für alle, die sich für Paartherapie, Sexualtherapie, Beziehungsdynamik, psychodynamisches Verstehen und die Arbeit mit sexuellen Symptomen interessieren.
Der Workshop ist kompakt, verständlich und praxisnah. Vorerfahrung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Und danach?
Wenn Du tiefer einsteigen möchtest: In unserer Ausbildung in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie vertiefst Du Diagnostik, Methodik und die praktische Arbeit mit Paaren in sexuellen und partnerschaftlichen Krisen.
Die Ausbildung gibt es in Präsenz und online. Die 24-wöchige Online-Grundausbildung beinhaltet unter anderem Supervision und praxisnahe Vertiefung. Wie die Ausbildungen aufgebaut sind, erfährst Du in unseren kostenlosen Infowebinaren. Alle Aus- und Weiterbildungen im Überblick: www.sexualtherapie-fortbildung.de.
So kannst Du Dich weiter informieren
Alle Aufzeichnungen und Infowebinare sind kostenlos und jederzeit abrufbar. Du registrierst Dich kurz mit Name und E-Mail und bekommst den Zugang per E-Mail.
„Der Schatten zeigt sich im Bett“ in zwei Teilen
Sieh Dir den Workshop vom 30.09.2026 in Ruhe an – zuerst Teil 1, dann Teil 2.
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Online- und Präsenzausbildung, kostenlose Infowebinare & Online-Kurse – alles auf einen Blick auf unserer Ausbildungsseite.
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Ruf uns an unter 030 616 247 10 oder schreib uns – wir beantworten Deine Fragen zu Ausbildung und Kursen.
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Über den Referenten: Robert Ananda Coordes
Diplom-Psychologe, Heilpraktiker für Psychotherapie, Leiter und Gründer des Instituts für Beziehungsdynamik Berlin
Robert Ananda Coordes ist Sachbuchautor, systemischer Therapeut und Ausbilder. In seiner Arbeit verbindet er Paartherapie, Sexualtherapie, Körperpsychotherapie, Hypnotherapie und psychodynamisches Verstehen zu einem beziehungsdynamischen Ansatz.
Seit vielen Jahren bildet er Therapeut*innen, Berater*innen und Fachpersonen in Beziehungsdynamischer Paar- und Sexualtherapie aus und begleitet Paare und Einzelpersonen bei sexuellen und partnerschaftlichen Krisen.
Häufige Fragen zur Aufzeichnung
Kann ich am Workshop noch live teilnehmen?
Der Live-Workshop hat am 30.09.2026 stattgefunden. Die Aufzeichnung kannst Du jederzeit kostenlos ansehen.
Wie bekomme ich Zugang zur Aufzeichnung?
Die Aufzeichnung besteht aus zwei Teilen: Teil 1 und Teil 2. Nach einer kurzen Registrierung mit Name und E-Mail erhältst Du den Zugang per E-Mail.
Kostet die Aufzeichnung etwas?
Nein. Die Aufzeichnung ist kostenfrei und unverbindlich.
Brauche ich Vorerfahrung?
Vorerfahrung in Therapie oder Beratung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Der Workshop ist kompakt und verständlich aufgebaut.
Was ist eine Kollusion?
Kollusion beschreibt nach Jürg Willi ein unbewusstes Zusammenspiel zweier Partner, in dem sich innere Konflikte, Ängste und Abwehrformen wechselseitig ergänzen und stabilisieren. In der Sexualität kann daraus ein gemeinsames Tabu entstehen.
Ich habe Fragen zur Ausbildung. Wie erreiche ich euch?
Alle Informationen zu unseren Aus- und Weiterbildungen findest Du auf www.sexualtherapie-fortbildung.de, eine Einführung in unseren kostenlosen Infowebinaren. Persönlich erreichst Du uns unter 030 616 247 10 oder über unser Kontaktformular.
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20 Jahre Institut für Beziehungsdynamik
Seit 2006 begleiten wir in Berlin Menschen bei Fragen rund um Beziehung, Sexualität und persönliche Entwicklung. Unsere Schwerpunkte liegen in Paartherapie, Sexualtherapie, Körperpsychotherapie, Selbsterfahrung sowie Aus- und Weiterbildungen.
Sexualität ist aus unserer Sicht nie nur Funktion, Technik oder Symptom. Sie ist Ausdruck von Beziehung. Paar- und Sexualtherapie heißt deshalb, auf das Dazwischen zu schauen: auf die Dynamik, die beide Partner*innen gemeinsam herstellen, schützen und zugleich erleiden.
Im Jubiläumsjahr möchten wir nicht nur erzählen, was wir anbieten, sondern erfahrbar machen, wie wir denken und arbeiten. Deshalb bieten wir kostenfreie Online-Workshops an – „Der Schatten zeigt sich im Bett“ ist einer davon. Weitere Aufzeichnungen und Infowebinare findest Du auf unserer Seite Online-Kurse & Infowebinare.
Erkenne, was zwischen den Zeilen verhandelt wird
Die Aufzeichnung des Online-Workshops mit Robert Ananda Coordes vom 30. September 2026 kannst Du jederzeit kostenlos ansehen – in zwei Teilen, nach kurzer Registrierung.
Alle Ausbildungen und Infowebinare auf www.sexualtherapie-fortbildung.de. Lieber persönlich? Ruf uns an unter 030 616 247 10 oder nutze unser Kontaktformular.